#1 Die Perspektive wechseln! von Charlene McCane 30.04.2020 21:54

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Covid 19 veränderte unser Leben und das wird wohl noch so weiter gehen!
In den Medien werden wir mit Schlagzeilen, den neusten Infektionszahlen, den negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft und so weiter, konfrontiert.
Meistens alles negativ.
Klar, man müsste sich dies nicht reinziehen.
Aber wir könnten auch mal eine andere Sichtweise versuchen.

Daher meine Frage: Was hat sich durch Corona für euch positiv verändert? Seht ihr das Leben jetzt anders? Habt ihr andere Prioritäten gesetzt?
Meistens merkt man immer erst dann, wenn etwas nicht mehr so geht, wie wertvoll das "ach so normale Leben doch ist!
Kluge Köpfe sagen gern, dass eine Veränderung meist nur durch eine echte Krise entstehen kann!
Vielleicht ja auch schon währenddessen?

Erzählt doch mal!

Lg Charlene McCane

#2 RE: Die Perspektive wechseln! von Ben 30.04.2020 22:24

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@Charlene McCane

Danke für deinen guten Beitrag und die interessante Frage. Diese Krise wird uns Alle ganz sicher verändern. Positive Aspekte sind sicher, grosse Menschenansammlungen zu meiden. Mir war auch vor der Krise bereits unwohl, wenn ich mich in einer grossen Menschenmenge befunden habe. Würde auch nie an ein Fussballspiel geben, viel zu viele Leute für mich. Auch an den Flughäfen fühle ich mich unwohl bei grossen Ansammlungen. Die Krise hat mich sicher gelehrt, mich aufs Wesentliche zu beschränken, Häusliche Umgebung, Garten, Spaziergänge, Fahrradfahren und Scooter fahren. Ich freue mich aber schon jetzt, wenn dann die Grenze zu Deutschland wieder aufgeht und endlich wieder mal ein Event stattfinden kann. Sicherheitsabstand und Masken werden auch weiterhin zum täglichen Leben gehören. Dass man keine Hände mehr schüttelt ist auch ok, aus meiner zweiten Heimat bin ich es mir gewöhnt, den Wai zum Grüssen zu benützen anstelle von handshakes.
Jede Krise hat sicher auch ihr Gutes. Nur frage ich mich, jetzt wo man den Leuten auch verhindert hat Geld auszugeben, ob die Leute nicht auch in Zukunft sparsamer leben gerade im Hinblick darauf, dass vielleicht Jobverlust und Kurzarbeit droht oder schon stattfindet. Reduce to the max - war ursprünglich der slogan einer europäischen Kleinwagenautomarke, und ist sicher auch auf andere Bereiche anwendbar.

Wie denkt ihr darüber? Was haltet ihr davon?

LG Ben

#3 RE: Die Perspektive wechseln! von Lucky 30.04.2020 22:44

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im Großen und Ganzen hat sich durch Corona bei mir nicht wirklich viel verändert. Im Gegenteil die ganze Nummer mit dem Abstandhalten kommt mir zu gute, endlich rücken mir fremde Menschen nicht mehr auf den Pelz. Kommt mir doch einer zu nah... braucht man nur mal eben kurz in die Armbeuge husten (also so tun als ob man hustet) und schwups zieht sich die Person ganz von selbst wieder zurück. Ein Traum für mich.

Wir haben die Zeit genutzt um den Garten meiner Schwiegermutter neu zu gestallten, altes raus, alles streichen und jetzt neue Pflanzen rein. Es fehlt nun nur noch die Deko und das "jährliche" Kärchern - Aber das kommt auch jetzt irgendwann (wenn das Wetter mit spielt).

Auch wenn wegen Corona "Besuche" meines Spielpartners erstmal gekänzelt sind so fühl ich mich ihm doch nachher als sonst die Zeit wenn man sich nicht sieht. Das sehe ich auch als sehr positiv an.

Und mir ist halt viel Bewusster geworden, wie schnell doch so sichere Jobs plötzlich auf eis liegen können. Freunde mit Sicheren Jobs haben plötzlich Kurzarbeit Null. Auch da rückt man irgendwie enger zusammen auch wenn es nur "virtuell" ist. Jeder hilft jedem wo und so gut er kann. Selbst Kleinigkeiten wie ein Carepaket mit Klopapier können da "rettend" sein. (ja ich habe echt einige verschickt)

#4 RE: Die Perspektive wechseln! von Zappa 14.05.2020 19:51

Eine gewisse Umstellung bedeutet es für mich schon, muss ich gestehen.
Kein Marathon oder Halbmarathon, keine Lauf-Wettkämpfe, kein wöchentliches Gymnastik-Training, kein wöchentliches Streckenschwimmen im Tauchclub, kein Stammtisch.
Ich habe für mich richtig die Zeit genutzt, den Garten meiner Eltern auf Vordermann zu bingen, altes Gerümpel aussortieren, die Blumenbeete pflegen.
Das hab´ich vorher natürlich auch gemacht, nur jetzt hab´ich mehr Zeit dafür.
Wo man von Vorteilen sprechen kann ist natürlich der Verkehr. Es fahren viel weniger Autos, man sieht viel weniger Flugzeuge, alles ist irgendwie ruhiger, wirkt gelassener.
Kein Stress und keine Hektik beim einkaufen (wegen Corona gehe ich nur einmal in der Woche zum einkaufen).
Ich komme mit dem "allein sein" schon zurecht. Ich kann ja noch alleine, ausgedehnte Waldläufe und Waldspaziergänge machen. Kaum eine Menschenseele ist bei uns im Wald zu sehen.
In den Wäldern verläuft es sich. Wichtig ist halt, das man etwas für die Fitness macht.

Im Grunde ist alles irgendwie ruhiger geworden. Da hab´ich in den letzten Tagen zurück an meine Großmutter gedacht. Sie war damals Mitte 80 und starb mit 93.
Sie lebte allein in einem Hochhaus im 14. Stock. Die meisten ihrer Bekannten, Freunde etc. waren inzwischen tot, so dass sie ganz allein war.
Ich ging damals für sie einkaufen, weil es für sie zu beschwerlich war. Meine Mutter und ich waren ihre einzigen Kontakte und einmal in der Woche konnten wir uns die Zeit nehmen, sie zu besuchen. Fast alle Mitbewohner in diesem Haus waren damals schon älter, verwitwet und allein. Von morgens bis abends lief der Fernseher, die einzige Abwechslung die sie noch hatte.
Sie lebte allein und als sie starb, war sie allein. In jüngeren Jahren war sie eine lebenslustige und liebenswürdige Frau mit viel Unternehmungselan, wie ich mich erinnere.

Irgendwie schoss es mir durch den Kopf. Ist es wirklich gut, alleine zu sein? Okay, bedingt durch Corona bleibt uns z.Zt. nichts anderes übrig. Und unsere Generation hat es natürlich auch besser.
Man kann in Kontakt bleiben über Skype, App, Telefon etc. Trotzdem überkommt mich, gerade jetzt in der Corona Zeit, manchmal ein ungutes Gefühl vor dem "älter werden".
Was würde beispielsweise passieren, wenn es nie ein Impfstoff gegen Corona geben würde? Das Ende aller Zusammengehörigkeiten, keine gemeinsamen Sportevents, keine Veranstaltungen, keine Treffen mit Freunden und Bekannten. Klar würde man sich noch einige Zeit skypen, appen, telefonieren... aber irgendwann würde auch das aufhören. Wenn man dann auch nicht mehr nach draußen könnte, was dann?
Schön, dass man skypen, appen und telefonieren kann, aber trotzdem muss man irgendwann auch wieder raus zu den Menschen, um gemeinsames zu unternehmen und erleben.
Ich stelle mir das ganz schlimm vor, wenn ältere Menschen irgendwo ganz allein ihren Lebensabend verbringen müssen, weil sie vielleicht auch nicht mehr so können.
Aber es gibt vielleicht auch Leute, die gerne alleine sind.

Ich will nicht sentimental erscheinen und ich weis nicht, ob mein Text überhaupt her gehört, aber mir geht das schon durch den Kopf.
Sich überall zurückziehen, keine Kontakte mehr und irgendwann ist man dann allein.
Ich vermisse meine Kontakte nach draußen.
In der letzten Zeit war ich tatsächlich ein bißchen in mich eingekehrt und hab´das Leben so gesehen, worüber ich mir vorher nie Gedanken gemacht habe.
Es ist tatsächlich was dran: Veränderungen entstehen nur durch Krisen.

#5 RE: Die Perspektive wechseln! von Madame Mona 15.05.2020 18:12

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Danke Zappa für Deinen reflektierten, tiefgründigen Beitrag.

#6 RE: Die Perspektive wechseln! von Charlene McCane 15.05.2020 22:18

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Vielen Dank @Zappa!
Mit deinem Beitrag hast du mir aus der Seele geschrieben!

Lg Charlene

#7 RE: Die Perspektive wechseln! von Ben 15.05.2020 23:35

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@Zappa
Das hast du sehr gut beschrieben. Ich kann dir nachfühlen und bin auch viel alleine. Ich beschäftige mich hier im Forum ein wenig mehr, wenn ich Langeweile habe. Irgendwann gibts ja dann auch wieder mal reale Events und darauf freue ich mich.
LG Ben

#8 RE: Die Perspektive wechseln! von PeterO 17.05.2020 09:07

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@Zappa

es ist schon richtig, dass das Alleinsein Angst macht.
Ich lebe auch allein, stehe aber noch voll im Berufsleben. Insofern kann ich es sogar noch ein stückweit genießen, wenn daheim nicht auch noch Menschen an einem "herumzerren".
Im Alter allein zu sein, macht mir auch Angst.
Aber auf die Familie zu hoffen, ist trügerisch. Ich kenne Mütter/Väter die haben 4 Kinder groß gezogen und sind im Alter doch auf fremde Hilfe angewiesen.
Daher hab ich für mich beschlossen, dass ich das "Problem" erst angehe, wenn es akut wird.
Das hat mir Corona gezeigt, dass es auch schnell anders kommen kann als man geplant hat.
Wenn Corona abgeebbt ist, will ich das Leben etwas mehr genießen.

#9 RE: Die Perspektive wechseln! von Mario 18.05.2020 12:27

Ich beobachte eine Zweiteilung der Menschen, die grade grassiert, mit grosser Sorge. Wer das Ganze für nicht so schlimm findet, wird gleich diffamiert. Denunziantentum habe ich auch erlebt. Friedliche Demonstranten, die für ihre demokratischen Rechte und das Grundgesetz eintreten, werden mit Rechtspopulismus und Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht. Einen Lockdown für ein Virus, das bei 80 Prozent der Infizierten zu keiner Krankheit oder zu milden Verläufen führt, darf auch angesichts der Kollateralschäden nicht einmal infrage gestellt werden.

Denn es gibt einen Mainstream, der alles abtötet, was dagegen ist. Auch in den Medien. Dabei führt doch gerade der Widerspruch zur Wahrheit. These, Antithese, Synthese. Ein Diskurs fehlt. gerade auch bei den Virologen, wobei hier viele Fachleute das alles ganz anders sehen. Gerade auch in der hohen Politik, wo sich die Regierung von nur einem Virologen beraten lässt, der schon einmal, 2009 bei der Schweinegrippe sehr unangenehm aufgefallen ist.

Wäre das Verhältnis bei den Infizierten umgekehrt, also wenn 80 Prozent der Infizierten sterben würden oder einer sehr schweren Verlauf haben würden, also dann gäbe es ja Gründe Ich finde, mal sollte Statistiken durchaus mal ernst nehmen, und miteinander vergleichen. Danach war das Jahr 2017/2018 war ja viel schlimmer als das, was wir jetzt erleben. Ohne Panik, ohne Überlastung des Krankensystems.

Aber die Polarisierung der Meinungen erzeugt Einsamkeit, weil man da nicht mehr diskutieren kann, ohne gleich diffamiert zu werden. Dabei ist doch unbestritten, dass das Virus für einen sehr kleinen Teil der Population sehr gefährlich werden kann. Und dass Risikogruppen natürlich unseres besonderen Schutzes bedürfen, das bestreitet doch niemand. Und dass die Lage in manchen Epizentren wie Italien so eskaliert ist, hat doch überwiegend regionale Gründe, die in Deutschland nicht anzuwenden sind. Auch dass der Influenza-Virus sehr gefährlich werden, also tödlich.

Dabei sind die Statisten im Vergleich zu früheren Jahren doch eher beruhigend.

Die saisonale Grippezeit geht derzeit zu Ende. Unabhängig vom Lockdown. Aber die Impfallianz beschwört schon jetzt die nächste Welle herauf. Nach dem Lehrbuch der Medizin ist Covid 19 demnächst Geschichte, wenn Prof. Bhakdi und Dr. Wodarg und andere recht haben. Im Herbst haben wir dann Covid 20, und da können wir davon ausgehen, dass die Sache wieder von neuem beginnt. Ob aber der Impfstoff für Covid 19 auch bei Covid 20 dann hilft, das wissen wir nicht. Weil sich das Virus bis dahin dann schnell verändert. Und weil bei sich veränderten Viren Impfungen sowieso unsicher sind (im Gegensatz zu bleibenden Viren wie Tetanus, wo sich das Immunsystem dann nach Jahren noch erinnert). Bis wir einen Impfstoff haben, wird er eigentlich nicht mehr gebraucht. Fragen über Fragen.

Was man machen kann, ist, sich durchaus die verschiedenen Seiten anzuhören. Also Herrn Wordarg und Herrn Bhakdi und Herrn Homburg und Herrn Streek und Herrn Ioannidis und wie sie alles heissen. Und auf der anderen Seite Herrn Drosten, Herrn Wieler und Herrn Spahn und natürlich Bill Gates, den Kopf der Impfallianz . Und dann muss man sich ein eigenes Urteil bilden.

Ansonsten das eigene Immunsystem stärken. Das ist immer noch der beste Schutz gegen Infektionskrankheiten. Und keine Angst haben, weil Angst auch das Immunsystem schwächt. Und dass es schon Suizide infolge des Lockdowns gibt, darf auch nicht verdrängt werden. Also Ruhe bewahren, und die Regeln einhalten. Auch beim Mundschutz, dem Symbol für Maulkorb, Angst und Panik. Es ist doch bemerkenswert, dass auf dem Höhepunkt der Pandemie uns gesagt wurde, dass Mundschutz nichts bringt. Und dass jetzt, wo die Pandemie gewaltig am Abebben ist, er gesetzlich vorgeschrieben wird. Auch wenn das Ziel der Merkelschen Politik, die Reproduktionszahl unter eins zu halten, längst erreicht ist.

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